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Die Wege von gestern heute neu begehen

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+++ Zu diesem Wanderprojekt ist im September 2008 die Audio CD undim März 2009 das Buch „Zu Fuß auf der Goldenen Straße“ erschienen. +++

„Die Wege von gestern heute neu begehen“

Unter diesem Motto haben sich im August 2006 die drei Oberpfälzer Schriftsteller
Friedrich Brandl, Harald Grill und Bernhard Setzwein zu Fuß
von Pilsen nach Amberg auf den Weg gemacht.
Sie folgten dabei der historischen „Goldenen Straße“
und wollten für sich und andere diesen grenzüberschreitenden Weg
nachgehen und ihn neu entdecken.
Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs wurde diese Grenzregion
auf der bayerischen wie der böhmischen Seite zum Transitgebiet,
zu einer Gegend, die viele Tschechen und Deutsche
nur schnell durcheilen wollen.
Orte entlang dieser Strecke werden nicht nur übersehen,
sondern so ganz nebenbei auch noch mit Lärm und Staub eingedeckt.
Der Weg der drei Schriftsteller führte sie
durch eine ehemals vielfältige Kulturlandschaft und brachte eine Fülle
von Begegnungen, Erlebnissen, Erfahrungen und auch kleinen Fundstücken.

Drei Autoren unterwegs   Friedrich Brandl, Harald Grill und Bernhard Setzwein (von links) auf dem Weg von Skviřin nach Tachov.

Textausschnitt aus „Grenzüberschreitung“

Heute sind es nicht nur wir drei Autoren,
die zur Wanderung aufbrechen.
Einige Freunde aus Bayern sind herüber gekommen nach Tachov.
Schon gestern bei der Lesung waren sie dabei.
Der Abschied in Tachov ist herzlich.
Entlang der Mies wandern wir nach Branka.
Dieser kleine Fluss hat uns all die Tage in Tschechien begleitet.
Heraus aus Pilsen zum Hracholusky Stausee.
Nach Stribro und nach Tachov.
Sein Quellgebiet aber ist im Oberpfälzer Wald,
nicht weit von der bayrisch-böhmischen Grenze entfernt.
Das Wasser hat sich noch nie um Grenzpfähle und Zäune geschert,
waren sie auch noch so hoch, so dicht, so eisern.
Von Branka aus nehmen wir den Wanderweg
zum Grenzübergang Hermannsreuth.
Die Hinweisschilder sind zweisprachig.
Ein steiler, geradliniger Weg zieht sich hinauf zum Grenzkamm.
Wir müssen bis auf fast 850 Meter steigen.
Das letzte Stück laufen wir über eine Weidefläche.
Dann der Übergang:
ein kleines Holzhäuschen, die Fahnen der beiden Länder,
Schilder, blau-weiße Pfähle.
Das ist alles heute,
an diesem Samstag im August 2006.
Die Grenze hat ihren Schrecken verloren
und das jetzt schon seit mehreren Jahren.

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