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papierwerkstatt

Wenn wir uns umsehen, viele Dinge sind aus Papier, an vielen Orten begegnet uns Papier. Was war aber vor gut 2000 Jahren, als es noch kein Papier gab? Auch damals hatten die Menschen schon das Bedürfnis, Sprache/Texte/Bilder zu überliefern und wie mühselig oder teuer war es z.B. in Stein zu meißeln, auf Seide oder Fell (Pergament) zu schreiben usw. War das Papierschöpfen z.B. im Mittelalter noch eine wichtige (wenn auch ungesunde und teilweise eklige) Handwerkskunst, die mit der Erfindung des Buchdrucks noch gefragter wurde, so ist Papier heute durch die industrielle Herstellung billige Massenware und wir gehen meist sehr verschwenderisch damit um.
Vielleicht verhilft aber das eigene Herstellen, das eigene Schöpfen, die eigene Erfahrung des Aufwandes für nur ein Blatt dazu, unsere Ressourcen besser zu schonen, Papier sparsamer zu verwenden und unser Papier wieder einem gewissen Kreislauf zuzuführen. Und keine Angst: Um selbst Papier zu schöpfen, sind nicht unbedingt die Gerätschaften einer „Papiermühle“ notwendig. Diese Seite erklärt, wie mit einfachen Mitteln, (ja sogar ohne Schöpfrahmen), gute Ergebnisse erzielt werden können. Mut zum Experimentieren und Kreativität sind angesagt.

Papierschöpfen – Eine Anleitung mit Bildern

Fotos und Text: Jutta Brandl-Trepesch

Bild Nr. 1 Bild Nr. 1
Das benötigte Material wird zurechtgelegt: im Eimer eingeweichte Papierschnipsel, eine Schöpfwanne, Mixer, Nudelholz, Handtücher, Vliese, Spültücher und Schöpfgitter.
Bild Nr. 2 Bild Nr. 2
Die eingeweichten Papierschnipsel gibt man in den zur Hälfte mit Wasser gefüllten Mixer und zerkleinert sie zu einem sämigen Brei.
Bild Nr. 3 Bild Nr. 3
Diesen Papierbrei schüttet man jetzt in die Schöpfwanne und wiederholt den Vorgang (siehe Bild Nr. 2) bis ausreichend Papiermasse in der Schüssel ist.
Bild Nr. 4 Bild Nr. 4
Nun taucht man das Schöpfgitter in den Brei ein, bewegt es vorsichtig horizontal in alle Richtungen, damit sich die Papierfaserschicht gleichmäßig verteilt und hebt das belegte Gitter heraus.
Bild Nr. 5 Bild Nr. 5
Auf Holzstäben legt man das Gitter über der Schüssel ab, lässt das überschüssige Wasser abtropfen und bedeckt die Faserschicht mit einem feuchten Spültuch.
Bild Nr. 6 Bild Nr. 6
Dann legt man das Gitter mit dem Spültuch nach unten glatt auf eine vorbereitete Unterlage aus Handtuch und Vlies und entwässert und verfilzt mit einem Nudelholz das geschöpfte Papier.
Bild Nr. 7 Bild Nr. 7
Nach dem Abrollen mit dem Nudelholz lässt sich das Gitter leicht abheben.
Bild Nr. 8 Bild Nr. 8
Zuletzt legt man das Spültuch mit dem anhaftenden Papier zum Trocknen aus oder hängt es an eine Wäscheleine.
Bild Nr. 9 Bild Nr. 9
Sobald das Papier trocken ist, löst man es vorsichtig vom Spültuch ab und bügelt es glatt.

 

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